Das Projekt PFAU
"Projekt zur Förderung der Erstausbildung bei ausländischen Unternehmen"
Ausgangslage
Arbeitslosigkeit ist ein zentrales gesellschaftliches Problem in Deutschland, das durch den Mangel an Ausbildungsstellen noch verstärkt wird.
Gerade für Berufseinsteiger ist eine qualifizierte Ausbildung die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Start ins Arbeitsleben. Insbesondere der Anteil an Jugendlichen ausländischer Herkunft ist von der Situation auf dem Ausbildungmarkt stark betroffen. Ihr Anteil an den nicht vermittelten Bewerbern/innen liegt um ein Drittel höher als bei den Deutschen. Die Folge ist ein weiterer Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bei ausländischen Jugendlichen.
Heute gibt es hingegen in Deutschland fast 300.000 ausländische Selbständige in 61 unterschiedlichen Branchen und verschiedenen Größenordnungen. Vom kleinen Spezialitätengeschäft bis hin zur international tätigen Softwarefirma. Ihre Wirtschaftskraft und Leistungsqualität wird noch immer unterschätzt. Nach Angaben des Zentrums für Türkeistudien in Essen betrug der Beitrag zum Bruttosozialprodukt allein der türkischen Selbständigen 1997 rund 71 Milliarden DM. Dies entspricht einem Anteil von insgesamt 2%.
Neben dem Beitrag zum Bruttosozialprodukt leisten die von Migranten gegründete Unternehmen einen großen Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Aber nur 10% dieser Internehmen bilden aus.
Die Gründe liegen vor allem in der Unkenntnis über das Ausbildungssystem in Deutschland. Das Duale System der Berufsausbildung als Kombination von Ausbildungsbetrieb und Berufsschule ist in vielen Ländern unbekannt. Die Migranten der ersten Generation haben es nicht durchlaufen. Hinzu kommen mangelnde Informationen über die rechtlichen Aspekte der Berufsausbildung, die juristische, pädagogische und betriebsstrukturelle Voraussetzungen umfassen, oder über Fördermittel von Land und Bund. Und nicht zuletzt liegt es an sprachlichen Problemen und an der Angst vor zeitraubender Bürokratie im Kontakt mit den zuständigen Stellen und den Arbeitsämtern.
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