home back next

Akquisiteur und Berater Volkan Baran

Schülerberater
Olaf Ehrich

Beispiel: Mit PFAD den eigenen Nachwuchs fördern
Beispiel: Mit PFAD mehr Fachkompetenz im eigenen Betrieb
Ausbildungscoaches bilden sich weiter
Folenpräsentation:
PFAD Dezember 2005

PFAD
Projekt zur Förderung der Ausbildung in Dortmund

Seit einigen Jahren gilt die dynamische Wirtschaftstätigkeit von Selbständigen mit Migrationshin-tergund als neues Potenzial für betriebliche Ausbildungsplätze. Tatsächlich ist die Ausbildungsbe-teiligung der Migrantenbetriebe mit 19 % noch recht gering. Die Gründe für die Zurückhaltung bei der Erstausbildung liegen vor allem in der Unkenntnis des Ausbildungssystems in Deutschland. Das Duale System der Berufsausbildung als Kombination von Ausbildungsbetrieb und Berufsschu-le ist in vielen Ländern unbekannt. Die Migranten/innen der ersten Generation und auch die Neu-zuwanderer haben selbst keine Berufsausbildung in Deutschland absolviert und können nicht aus eigenen Erfahrungen mit dem Ausbildungssystem schöpfen. Aber auch für für die Jüngeren, die ihre Ausbildung in Deutschland absolviert haben, liegt der Gedanke an Ausbildung in der Aufbauphase meist recht fern. Die rechtlichen Aspekte der Ausbildung umfassen juristische, pädagogi-sche und strukturelle Vorschriften, die für einen "Newcomer" eher beängstigend denn motivierend sind. Sprachliche Unsicherheit und die Aussichten auf den unvermeidlichen Kontakt mit der deut-schen Bürokratie tun noch ein weiteres dazu.

Das Entwicklungszentrum für berufliche Qualifizierung und Integration (EWZ) in Dortmund arbeitet bereits seit einigen Jahren mit Unternehmern/innen mit Migrationshintergrund im dem Feld der Ausbildung zusammen. Durch Verbundausbildung und Ausbildungsbetreuung konnten bereits viele Migrantenunternehmen in Dortmund ermutigt werden, zusammen mit dem EWZ und ggf. einem Partnerunternehmen auszubilden, auch ohne über die formalen Voraussetzungen nach dem BBiG zu verfügen.

Seit drei Jahren nun führt das EWZ im Rahmen des Ausbildungskonsens NRW das Ziel 2-Projekt PFAD durch. Zielsetzung ist die Akquisition von 150 Ausbildungsplätzen in Migrantenunternehmen bis Ende 2006. Die klassischen Branchen wie Handel und Gastronomie stehen dabei im Mittelpunkt, aber Dienstleistungsbereiche wie Kommunikation, Verkehr und Logistik gewinnen für unsere Arbeit an Bedeutung. Dabei setzt das Projekt ganz stark auf Nachhaltigkeit. Der Unternehmer, die Unternehmerin wird durch intensives Coachen durch das PFAD-Team auf die selbständige Durchführung der Ausbildung vorbereitet, unter dem wachsamen Auge der zuständigen Kammer. Am Ende winkt die Zusage der Kammer, zukünftig ganz in eigener Regie ausbilden zu dürfen.

Die Aussicht, selbst als Ausbildungsbetrieb zu fungieren, findet bei Unternehmern/innen mit Migrationshintergrund ein erstaunlich positives Echo. Ausbildender Betrieb zu sein bedeutet dazu zu gehören, in Fragen, die die deutsche Wirtschaft bewegen, mitreden zu können. Es bedeutet Anerkennung in den eigenen Reihen, man gibt ein Beispiel und zeigt gesellschaftliche Verantwortung. Es bedeutet aber auch, Know-how in die Firma zu bringen, kann doch der oder die Auszubildende methodisches Wissen aus der Berufsschule zum Betriebsablauf beisteuern. Und nicht zuletzt trägt die Beratung durch PFAD zu neuen Erkenntnissen bei.

Natürlich werden auch die Vorteile erkannt, den eigenen Nachwuchs auszubilden, wobei oft ein junger Mensch aus dem Familien- oder Freundeskreis als Azubi eingestellt wird. Allerdings wird die Ausbildung keineswegs als Insiderveranstaltung für Migranten angesehen. Gut die Hälfte der Auszubildenden im Projekt sind deutscher Herkunft. Bewerbungsphase und Vertragsabschluss werden vom PFAD-Team begleitet. Es ist nicht immer leicht, den oder die Richtige zu finden. Dabei spielt in der Regel nicht die schulische Qualifikation des Jugendlichen die wichtigste Rolle, sondern "dass die Chemie stimmt".

Trotzdem ist die Akquisition eines jeden Ausbildungsplatzes schwierig und langwierig. Unser türkischsprachiger Akquisiteur spricht vor Ort alle Unternehmen an, die er im Straßenbild und in Branchenverzeichnissen finden kann. Bei unzähligen Tassen Tee informiert er über Anforderungen und Vorteile von Ausbildung, und hört zu. Oft ist Interesse da, die richtige Zeit aber noch nicht. Von den rd. 300 bis jetzt besuchten Betrieben sahen drei Viertel ihre wirtschaftliche Situation als zu wenig gesichert an, um sich für drei Jahre gegenüber einem Auszubildenden zu verpflichten. Im kommenden Ausbildungsjahr kann das jedoch schon ganz anders aussehen.

Bis Mitte 2006 wurden 85 Unternehmen in das Projekt aufgenommen, die sich für Ausbildung entschieden haben. weitere werden mit dem neuen Ausbildungsjahr im Sommer 2006 beginnen. 122 Ausbildungsplätze wurden bisher geschaffen.

Gleich zu Beginn übertragen die PFAD-Berater viel Verantwortung auf die Ausbilder, meist sind dies ja die Inhaber/innen selbst. Der Ausbildungsrahmenplan muss im betrieblichen Ablauf umge-setzt werden, die neue Rolle als Ausbilder/in erfordert eine neue Kommunikationskultur, Regelungen zu Berichtsheft, Berufschule, Arbeitszeiten müssen getroffen werden. Zur Unterstützung steht das PFAD-Team jederzeit bereit. Trotzdem verläuft die Ausbildung nicht immer problemlos. Fragen der Pünktlichkeit, der Ehrlichkeit und der schulischen Leistungen auf der einen Seite, überzogene Forderungen in Punkto Arbeitszeiten und Urlaub auf der anderen Seite liefern immer wieder Kon-fliktstoff. In dieser Beziehung unterscheidet sich die Ausbildung bei Migranten nicht von der Aus-bildung in deutschen Unternehmen. Auch Ausbildungsabbrüche sind nicht immer zu vermeiden. In den meisten Fällen läuft die Ausbildung jedoch sehr erfolgreich. Bereits jetzt sind einige Auszubil-dende so weit, dass sie die vorgezogene Abschlussprüfung ins Auge fassen.

New Generation in PFAD: Im Jahr 2003 noch Auszubildender in der Verbundausbildung - im Jahr 2005 selbst Ausbilder. Nils Kersting beendete Anfang 2004 seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann - Schwerpunkt Tankstelle, die er mit Unterstützung des EWZ bei einem Unternehmer türkischer Herkunft durchlaufen hat. Ein halbes Jahr lang führte er dann eine Filiale seines Arbeitsgebers und machte sich im Sommer 2004 mit einer eigenen Pacht selbständig. Seit Oktober 2004 bildet er mit Unterstützung von PFAD selbst aus. Im Ausbildungsjahr 2005 wird er einen zweiten Ausbil-dungsplatz schaffen.

August 2006







EWZ Homepage
Created by EWZ Webmaster, March 2004
(ae@ewz-do.com)

URL: http://www.ewz-do.com