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Zweisprachig zur Karriere als Germanistin |
| Interview mit Serpil Cankay:
Die Türkin machte 1998 Ihren Doktor in Germanistik. Die Schülerin Sibel Karacan sprach mit der in Deutschland aufgewachsenen Türkin Dr. phil. Serpil Cankay über Ihre Karriere. Serpil Cankay wurde 1968 in Dortmund in Deutschland geboren. Nachdem sie das Gymnasium beendet hatte, studierte sie anschließend Germanistik. 1998 schloß sie ihre Promotion in Germanistik ab mit der Arbeit: "Untersuchungen zu den redeeinleitenden Verben im Deutschen und Türkischen". Seither arbeitet sie als Dozentin. Sibel Karacan: Sie sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber es gibt hier auch eine Menge Leute die, obwohl sie hier aufgewachsen sind, Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. War das bei Ihnen auch der Fall? Serpil Cankay: Ich hatte als Kleinkind Probleme mit der deutschen Sprache, weil ich im Elternhaus hauptsächlich nur die Muttersprache Türkisch gelernt habe. Mit Schuleintritt begannen die ersten Sprachprobleme, die ich aber in relativ kurzer Zeit mit Hilfe der sozialen Umwelt schnell beheben konnte. Ich bin sozusagen zweisprachig aufgewachsen. Die Kenntnisse der Muttersprache konnte ich im speziell dafür eingerichteten Türkischunterricht des Gymnasiums vertiefen. Sibel: Sie haben Germanistik studiert. Wie kamen zu der Themenidee Ihrer Promotion? Serpil Cankay: Nach meinem Lehramtsstudium hatte ich mir vorgenommen, im Bereich Germanistik zu forschen. Mich interessiert vor allem der kontrastive Sprachanalyse-Bereich. Zu diesem Thema bekam ich dann die Gelegenheit, eine Promotionsarbeit (Doktorarbeit) zu schreiben. Obwohl die Arbeit zu diesem Thema sehr spannend war, stellte ich fest, daß die Beispielsammlung sehr schwierig war. Ich fand die Arbeit sehr interessant, weil sowohl die Muttersprache Türkisch als auch meine zweite Sprache Deutsch Gegenstand des Themas waren. Sibel: Welches Ziel hatten Sie mit der Arbeit? Serpil Cankay: Mit der Forschung wollte ich einen Grundstein für den Bereich Türkisch legen. Ich habe festgestellt, daß gerade zu diesem Sprachbereich sehr wenige Forschungen existieren. Ich glaube, daß viele Kinder, deren Muttersprache nicht deutsch ist, mit dem Deutschen viele Probleme haben, die den Ursprung wiederum in ihrer Muttersprache haben. So denke ich, daß meine Arbeit sehr viele hilfreiche Anregungen liefern kann. Sibel: Waren Ihre Eltern gegen Ihre Schulausbildung? Serpil Cankay: Nein, ich konnte meine Schulausbildung selbst bestimmen. Ich erhielt sogar zusätzliche Unterstützung von meinen Eltern. Sibel: Sie sind vom Elternhaus sehr emanzipiert, d.h., sie sind in Ihren Entscheidungen sehr frei. Können Sie das von anderen türkischen Frauen auch behaupten? Serpil Cankay: Meine Lage läßt sich vielleicht nicht mit anderen vergleichen. Aber ich bin der Meinung, daß mehr und mehr türkische Mädchen bzw Frauen die Art Ihre Ausbildung entscheiden, d.h., daß sogar viele Väter gegen den weiteren Schulbesuch ihrer Töchter keine Einwände haben. Leider ist es immer noch Tatsache, daß viele türkische Frauen in ihren Lebensentscheidungen sehr eingeschränkt werden. Aber ich denke auch, daß die neue Generation immer und immer mehr von diesem Gedanken wegkommt. Sibel: Können Sie die Lage der türkischen Frauen generell so schildern oder bezieht sich die Situation nur auf bestimmte Gebiete der Türkei? Serpil Cankay: Man muß einen Unterschied machen zwischen Frauen, die in Großstädten aufgewachsen sind und Frauen, die in ländlichen Gebieten aufgewachsen sind. Die Frauen oder Mädchen in Großstädten sind teilweise emanzipierter und freier in Ihren Entscheidungen. Bei Frauen aus ländlichen Gebieten besteht eine eheliche Einschränkung. Diese Entwicklung läßt sich aber auch in anderen Ländern feststellen. Auch da gibt es eine derartige Benachteiligung der Frauen. Sibel Karacan:
Zur Promotion
/ Doktorarbeit von Serpil Cankay:
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